07.09.2018

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Kartoffelernte: Extreme Dürre verursacht große Ernteverluste

Am Mittwoch, 5. September lud die Schneiderkruger Genossenschaft GS agri eG zu Praxisschulungen für die bevorstehende Kartoffelernte nach Cloppenburg ein. Aufgrund der extremen Dürre werden die Landwirte in diesem Jahr deutlich weniger ernten können, der Regen kommt zu spät.

„Wir erwarten 30 bis 50 Prozent Minderertrag“, so Frank Pelk, Ackerbauexperte der GS agri. Für die wenigen beregneten Flächen erwarte er 10 bis 20 Prozent Verluste. Umso wichtiger in dieser schwierigen Situation sei dabei die  optimale Einstellung des Kartoffelroders. Schließlich soll die Knolle möglichst schonend geerntet werden, denn „heimische Kartoffeln werden sehr knapp und freie Mengen sind auf dem Markt so gut wie gar nicht vorhanden“, ergänzt Pelk. Fast alle Landwirte werden ihre Lieferverträge bei den Verarbeitern nicht erfüllen können. Eine angespannte Situation für alle Seiten.

Die GS agri konnte in Zusammenarbeit mit dem Lastruper Landmaschinenhändler Wesselmann & Schröder und der Grimme Landmaschinenfabrik aus Damme für diese Problematik den renommierten Kartoffelexperten Dr. Rolf Peters für die Praxisschulungen gewinnen. Peters sammelte 35 Jahre Berufserfahrung rund um die Kartoffel an der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Dehtlingen im Heidekreis. 25 Jahre leitete er die Station, seit Mai befindet er sich im Ruhestand.

Ansprechend und lebhaft schulte Peters die insgesamt 40 Landwirte und Fahrer der Erntegespanne, aufgeteilt in kleineren Gruppen. Schritt für Schritt erläuterte er auf dem von Ann-Kathrin Meyer zur Verfügung gestellten Versuchsfeld in Cloppenburg zunächst theoretisch die kritischen Einstellungen am Kartoffelroder. Eine möglichst beschädigungsarme und schonende Rodung des beliebten Gemüses ist das Ziel. Angefangen bei der Stellung des Rodeschars, über die Geschwindigkeiten der Siebketten und Trenngeräte, bis hin zum Fallbrecher im Anhänger wurden Einstellungen und Möglichkeiten zur Verbesserung mit den Praktikern diskutiert.

Bei der anschließenden praktischen Umsetzung testeten die Teilnehmer direkt am Kartoffelroder die neu gewonnen Erkenntnisse und analysierten das Ergebnis. Die Gäste kamen dabei auch zu der Erkenntnis, dass eine gute Ernte viel vom Wissen des Fahrers des Erntegespannes abhänge. Eine praktische Schulung wie diese sei wichtig für die verlust- und beschädigungsarme Ernte, so die Teilnehmer. Es entstand ein reger Austausch und Lösungsansätze wurden vertieft.

Aktuelle technische Lösungen nahmen die Teilnehmer an einer von Grimme zur Verfügung gestellten Neumaschine in Augenschein. Die Fachleute des Landmaschinenhändlers und des Landmaschinenherstellers informierten über mögliche technische Nachrüstungen und Ausstattungsoptionen für Kartoffelroder, um die Ernte auch unter solch extremen Erntebedingungen wie in diesem Jahr gut zu meistern.

Dr. Rolf Peters (links am Kartoffelroder) demonstriert die Einstellmöglichkeiten

Dr. Rolf Peters (links am Kartoffelroder) demonstriert die Einstellmöglichkeiten

Dr. Rolf Peters (Bildmitte) analysiert die Situation auf dem Feld

Dr. Rolf Peters (Bildmitte) analysiert die Situation auf dem Feld

Praktische Schulung zur Kartoffelrodung

Praktische Schulung zur Kartoffelrodung