09.02.2021

News

EU Verordnung 2019/1148

Sehr geehrter Kunde,

Im Kampf gegen den kriminellen Einsatz von Düngemitteln hat die Europäische Union Ihre Verordnung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe verschärft, was bedeutet, dass ab Februar 2021 die neue Verordnung (EU) 2019/1148 in Kraft tritt. Diese neue Verordnung bringt neue Verantwortlichkeiten für alle Akteure in der Düngemittelversorgungskette mit sich, vom Erzeuger bis zum Landwirt.

Die wichtigste Änderung ist die Einführung einer „Kundenerklärung“, in dem Sie als Kunde den Verwendungszweck von ammoniumnitrathaltigen Düngemitteln (> 16 % AN) angeben müssen. Dieses Dokument muss von jedem Kunden, der diese Produkte kauft, jährlich und vor der ersten Kaufvereinbarung eines Jahres ausgefüllt werden.

Es handelt sich um folgende Produkte:
Kalkammonsalpeter 
YaraBela Sulfan
YaraMila Mais Pro

Falls sie eines der folgenden Produkte bei uns beziehen müssen wir im Vorfeld
folgenden Informationen abfragen:

- Ausweisdokument (Personalausweis) der Kontaktperson, die ihren Betrieb gegenüber GS-agri repräsentiert (gemäß DSGVO werden wir ausschließlich die Ausweisnummer speichern und die Kopie des Ausweisdokumentes vernichten)
- Betriebsname, Betriebsadresse
- Voraussichtlicher Verwendungszweck

Eine vorgefertigte Erklärung können sie auf unser Internetseite abrufen, per E-Mail (info@gs-agri.de)
anfordern, oder direkt bei der Geschäftsstelle ausgefüllt werden.

Bitte schicken sie die Erklärung mit Kopie des Ausweises per:
-    E-Mail an: info@gs-agri.de
-    Fax an: 04447/802-900
Oder bringen sie diese einfach bei ihrem nächsten Besuch mit in die Geschäftsstelle.

Selbstverständlich werden wir Ihre Daten vertraulich behandeln und nur für den genannten Zweck verwenden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an ihre Geschäftsstelle der GS-agri. 

 

 

FAQ zur EU Verordnung 2019/1148 VERORDNUNG (EU) 2019/1148 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 20.Juni 2019 über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosiv-stoffe zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 98/2013 

 
Für wen gilt diese Regelung? 
Dies ist eine europäische Verordnung und gilt für alle Unternehmen, die die unter diese Verordnung fallenden Produkte verkaufen, kaufen oder anwenden. Das heißt, alle in der Lieferkette vom Produzenten, über den Großhandel, den Wiederverkäufer bis hin zum Anwender Landwirt/Gartenbauer sind in der Pflicht. Sie wird zum 01.02.2021 „scharfgeschaltet“ 

Welche Produkte fallen unter diese Verordnung? 
Die Verordnung gilt für alle Produkte mit einem Stickstoffanteil in Bezug auf den Ammoniumnitratgehalt von >16 %. Welche Produkte betroffen sind, teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage mit. 

Was ist das Ziel dieser Verordnung? 
Ziel ist eine lückenlose Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette, wer, wann, wieviel, welches der betroffenen Produkte gekauft, weiterverkauft und angewendet hat. Der anonyme Kauf, die anonyme Beschaffung zum Zweck der Sprengstoffherstellung wird somit erheblich erschwert bzw. verhindert. Ebenso sollen Diebstähle der betroffenen Produkte innerhalb von 24 Stunden an die betreffende Behörde gemeldet werden. 

Was ändert sich für mich als Düngemittelanwender/-käufer? 
Auf jährlicher Basis, jedoch mindestens vor dem ersten Kauf der betroffenen Produkte muss der Käufer/Anwender die Endverbleiberklärung ausfüllen und den Verwendungszweck angeben. Der Käufer/Anwender hat sich durch den Personalausweis auszuweisen. Die DSGVO wird dabei beachtet und keine Kopien der Ausweise werden gespeichert. 

Wer im Unternehmen/Betrieb muss die Endverbleiberklärung ausfüllen? 
Jeder Käufer/Landwirt der für den Betrieb die betroffenen Produkte einkauft. 
 

 


Kunden-Merkblatt zum Umgang mit Düngemitteln 


Die nachfolgenden Hinweise sind beim Umgang mit und der Lagerung von Düngemitteln unbedingt zu beachten:
 ⇒ Mineraldünger stets geschützt vor Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung lagern. Unnötig lange Lagerdauer auf dem landwirtschaftlichen Betrieb vermeiden.
 ⇒ Für die Lagerung müssen die Lagerstätten baurechtlich genehmigt sein. Mineraldünger gelten als wassergefährdende Stoffe. Deshalb müssen die Vorgaben der Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) beachtet werden. Damit im Falle eines Brandes kein kontaminiertes Löschwasser ablaufen kann, muss das Düngerlager über eine ausreichend dimensionierte Löschwasserrückhaltung verfügen. (siehe Löschwasser-Rückhalte-Richtlinen). 
⇒ Für die Lagerung ammoniumnitrathaltiger Dünger gelten besondere Vorgaben. Hinweise im Sicherheitsdatenblatt und in den Warenbegleitpapieren beachten. Keinesfalls Düngemittel der Gruppe B einlagern! Detaillierte Vorgaben sind der TRGS 511 sowie der TRGS 510 zu entnehmen. 
⇒ Ammoniumnitrathaltige Düngemittel strikt getrennt halten von Branntkalk und Kalkstickstoff sowie von allen brennbaren Materialien und von Hitzequellen (Lampen, Kabel, Steckdosen, Heizungen). Bei Feuer- und Heißarbeiten Erlaubnisschein für Heißarbeiten verwenden!. 
⇒ Besondere Vorsicht ist geboten bei sogenannten Kehr-Resten, zerriebenen, zersetzten oder verbackenen Körnern. Wenn sie nicht unmittelbar ausgebracht oder sicher entsorgt werden können, müssen sie mit Sand vermischt in einem Metallgefäß gelagert werden. Sie können zur Entsorgung auch in Wasser aufgelöst werden.
 ⇒ Mineraldünger ist nicht beliebig mischbar. Bestimmte Mischungen können zu unerwünschten chemischen Reaktionen führen. Mischungen sollten deshalb nur von Fachleuten gemacht werden.
 ⇒ Ammoniumnitrathaltige Mineraldünger können zur Herstellung von Sprengstoffen missbraucht werden. Eine Weitergabe an Dritte (z. B. Nachbarn) ist nicht zulässig. Das gilt auch für Kaliumnitrat, Natriumnitrat, Kalziumnitrat, Kalziumammoniumnitrat sowie Mischungen hieraus. 
⇒ Ein Zugriff Unbefugter ist zu verhindern. Düngemittel deshalb unter Verschluss aufbewahren. 
⇒ Das Abhandenkommen größerer Mengen ist der zuständigen Landesbehörde binnen 24 Stunden zu melden: 
Niedersachsen: 0511/26262-0 liz@lka.polizei.niedersachsen.de 
⇒ An Lagereinrichtungen, die nicht unmittelbar einem Betreiber zugeordnet werden können, z. B. außerorts gelegenen Hallen, sollte ein Hinweisschild mit Notfallkontaktdaten angebracht werden.
 

Endverbleibserklärung

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